Zukunftswerkstatt Schweizer Viertel mit Aykut Tasan – eine erfrischende Aufarbeitung der Gestaltungs- und Nutzungs- Ideen

Musste das sein? Noch ein Workshop über die Zukunftsgestaltung des Schweizer Viertels? Wer die Diskussion am 22. Mai 2012 im Ausstellungsraum des Walliser Einkaufszentrums verfolgt hat, konnte nur mit einem lauten und überzeugenden “Ja!” antworten. Gerade mit Blick auf die ersten Präsentationsergebnisse des laufenden Gutachterwettbewerbs (wir berichteten vom Zwischenkolloquium am 14.05.2012)  wurde deutlich, dass sich gerade die Bürger im Quartier bei der Vorstellung ihrer Ideen für Nutzungskonzepte (noch) nicht verstanden fühlen.

Quartiermanager Aykut Tasan führte nicht nur mit Überblick und Aufmerksamkeit durch seine Zukunftswerkstatt Schweizer Viertel. Er ebnete den Bürgerinnen und Bürgern aus dem direkten Umfeld  nach einer Zusammenfassung der bisherigen Entwicklung auch den Teppich, um noch einmal auf die Dinge hinzuweisen, die im Mittelpunkt des Bürgerinteresses stehen.

In einer wunderbar erfrischenden Diskussion schilderten die Besucherinnen und Besucher, wo der Schuh drückt: Was brauchen die Menschen hier? Die Ideen-Bäume wuchsen dabei keineswegs in den Himmel. Mit einem “wir wollen keine utopischen Vorschläge machen!” wurde die Bescheidenheit der Bürgerinnen und Bürger im Quartier schon gleich zu Beginn der Diskussion hervorgehoben. Der weiteren Ermunterung folgte dann doch die Aufzählung jener Punkte, die die Menschen dringend bewegt.
Es soll eine Platzgestaltung mit Geschäften und  sozialen Anlaufstellen, ein Platz mit Leben und einem Gefühl der Sicherheit  auch am Abend geschaffen werden. Warum siedelt man nicht ein Polizeirevier im Schweizer Viertel an? Ein Platz für Kinder und  Jugendliche wird benötigt. Auf die Bedürfnisse der Bürger, die einen Veranstaltungsraum, ein Bürgerhaus mit WC und das Ortsamt vor Ort wünschen, wurde hingewiesen. Ein Treffpunkt mit Sitzbereichen soll geschaffen werden. Für notwendig hält man auch die Schaffung einer Arche für Kinder ähnlich der Berliner Einrichtung. Bildung und Berufsperspektiven für Erwachsene werden erhofft. Ebenso sollte auch ein Konzept entwickelt werden, dass den Menschen mit Alkoholproblemen Perspektiven aufzeichnet.

Die Bürgerinnen und Bürger zeigten wieder einmal großes Interesse an ihrem Quartier. Um die Lebensqualität anzuheben und entspannter einkaufen zu können, sollten mehr Parkräume in rückwärtiger Lage geschaffen werden, “die Leute müssen doch nicht mit dem Auto ins Geschäft fahren!” Einem Shared-Space-Projekt gegenüber wäre man nicht abgeneigt. Dem Müll-Problem würde man gerne mehr Aufmerksamkeit widmen und nicht zuletzt sollte auch darauf geachtet werden, dass für Freiräume, aber auch für die Hinterlassenschaften von Hunden organisiert gesorgt wird. Hier soll es, so erfuhren wir, in den Niederlanden vorbildliche Lösungen geben.

Den Menschen im kinderreichsten Stadtteil Bremens, Bürgerinnen und Bürgern mit so viel Interesse an der Gestaltung ihrer Zukunft ist nicht nur ein gelungener neuer Marktplatz mit der Berücksichtigung ihrer Ideen, sondern auch ein bald zu schaffendes Spielhaus als weiteren Quartier-Magneten zu wünschen! Wir, die Interessengemeinschaft Schweizer Viertel,  drücken die Daumen! 

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