2011 – das fanden wir gut – das war nicht so toll … auch wir haben eine Meinung

Zum 20.01.2012 nähert sich der erste Jahrestag der Interessengemeinschaft Schweizer Viertel. Wir blicken daher rückwirkend zum Jahreswechsel in die örtliche Presse-Berichterstattung und stellen uns die Frage, was fanden wir gut? Wo vertreten wir welche Meinung? Hier unsere Anmerkungen und Kommentare:

Herr Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter, Beiratssprecher, Herr Wolfgang Haase und Quartiermanager, Herr Aykut Tasan haben laut Presseberichterstattung vom 28.12.2011, 05.01.2012 und 08.01.2012 eine Meinung zum Schweizer Viertel. Schon allein das erfreut uns. Für Aufmerksamkeit im Quartier ist also gesorgt – dafür ein Plus!

In diesen Berichten zum Jahreswechsel vom Weser-Kurier Stadtteil Ost, Weser-Report-Ost und Bremer-Anzeiger-Ost fehlt unserer Ansicht nach allerdings der Hinweis, dass ohne die Bürgerinteressen-Bündelung der Interessengemeinschaft Schweizer Viertel und deren Workshops niemals der aktuelle Fortschritt zur Stadtteil-Entwicklungsplanung erreicht worden wäre. Warum haben denn unsere IG-Workshops stattgefunden? Weil laut Koalitionsvereinbarung ein Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger an der Planung öffentlicher Räume ausdrücklich erwünscht ist. Leider haben Vertreter aus Politik und Verwaltung an den zahlreichen Workshops zu den Themen Shared Space an der Wendeschleife und der Walliser Straße nicht teilgenommen. Wir haben sie mehrfach eingeladen. Das verstehen die Bürgerinnen und Bürger nicht, deshalb zeigt unser Daumen an dieser Stelle nach unten!

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die unterstützende Öffentlichkeitsarbeit bei den Zeitungsredaktionen vom Weser-Kurier-Stadtteil-Ost, Weser-Report-Ost und Bremer-Anzeiger-Ost. Sie haben aus unserer Sicht ihre Arbeit sehr gut gemacht. Manche Interviews zum Standort Schweizer Viertel gelten in unseren Augen gar als Meisterleistung der Fragesteller – ein Daumen hoch und vielen Dank!

Zum Ende 2011 hat die Stadt Bremen zur Teilnahme einer Workshop-Reihe aufgerufen. Mit Herrn Professor Kunibert Wachten und seinem Mitarbeiter-Team haben Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing und sein Mitarbeiterstab eine gute Wahl getroffen – Daumen hoch!

Die Idee des Masterplans für das Quartier ist mittlerweile in aller Munde. Das ist schön. Es ist vielleicht auch nicht wirklich wichtig, von wem die Idee stammt. Hauptsache dem Stadtteil wird gedient, also weiter so!

Dass der Umgang mit der Presse nicht immer einfach ist und manchmal auch zu Missverständnissen oder falschen Eindrücken führen kann, zeigen die folgenden Beispiele:

Auf den Hinweis der Fragestellerin, in diesem Fall Anette Kemp, „vielen Menschen dauert die Diskussion um das Schweizer Viertel zu lange …“ nahmen wir mit Erstaunen im Weser-Report-Interview vom 28.12.2011 mit Herrn Schlüter zur Kenntnis, dass die Osterholzer Bürgerinnen und Bürger die Geduld nicht verlieren dürfen. Das kann auch falsch verstanden werden. Wir meinen, Geduld war gestern, heute muss etwas passieren, auf der Wendeschleife und in der Walliser Straße!

Noch konkreter wird es bei der Frage, ob denn die Wendeschleife das Zentrum für Osterholz sein kann. In der Antwort erfahren wir im gleichen Interview, dass wir akzeptieren müssen, dass Osterholz viele kleine Zentren hat. „Das kulturelle ist im Haus im Park, das wirtschaftliche am Weserpark. Wir haben mehrere Bildungszentren – eines an der GSO – und ein kleines politisches Zentrum im Ortsamt“, erfahren wir vom Ortsamtsleiter. Dieser Hinweis auf verschiedene kleine Osterholzer Standorte erweckt zunächst den Eindruck, die Wendeschleife taugt also nicht als Zentrum! So hat er das aber sicher nicht gemeint! Wir haben in IG-Workshops und Bürgergesprächen unzählige Male zur Kenntnis genommen, dass den Osterholzern ein Zentrum fehlt! Und doch mahnt uns der Ortsamtsleiter, müssen wir aufpassen, dass wir den Bürgern nicht vorschreiben, wo der Mittelpunkt sein soll. Nanu? Bei näherer Betrachtung wirkt die Aussage doch missverständlich. Die Umgestaltung der Wendeschleife mit einem Zentrum für bürgernahe Beiratspolitik, mit Ortsamt, Polizei und sozialen Anlaufstellen trägt doch die Möglichkeit in sich, das Zentrums-Defizit auszugleichen! Wir wissen aber, dass der Ortsamtsleiter davon Kenntnis hat und für ein Zentrum mit Markt und Veranstaltungsmöglichkeiten stimmt. Bliebe alles beim Alten, wäre es so, als würden wir einen Kreis ohne Mittelpunkt zeichnen. Da fehlt doch was!

Und wo wir gerade dabei sind, greifen wir uns auch noch ein Beispiel aus dem Interview beim Bremer-Anzeiger vom 08.01.2012. Hier hofft Herr Schlüter auf ein schrittweises Voranbringen des Schweizer Viertels. Das hört sich erst einmal gut an. Doch was folgte dann? In der Verantwortung sieht er dabei vor allem die Geschäftsleute und Grundstücksbesitzer im Quartier. „Die Eigentümer sind gefordert, mit sauberen und schönen Außenanlagen und Gebäuden für eine höhere Aufenthaltsqualität zu sorgen“, lautet seine Forderung. So steht es zumindest in der Zeitung. „Hallo – geht´s noch?“ Besen, Farbe und Pinsel, fertig? Es wäre schön, wenn die Welt so einfach wäre! Nein, auch Ulrich Schlüter ist ein Befürworter der Wendeschleifen-Workshops. Auch er hofft auf eine gemeinsam abgestimmte Aktion zwischen Politik, Verwaltung und Geschäftsleuten vor Ort für eine attraktive Gestaltung der Wendeschleife und eine Aufwertung des Quartiers. Das unterstellen wir jetzt einfach!

Uns haben aber auch andere Aussagen angesprochen. Beiratssprecher Wolfgang Haase fordert im Weser-Kurier-Interview vom 05.01.2012 zum Beispiel den Ausbau von Betreuungsplätzen der Kinder unter 3 Jahren, das Errichten eines Stadtteilzentrums mit interessanter Infrastruktur auf der Wendeschleife und einen belebten Wochenmarkt. Er setzt sich für den Erhalt der Ideen der Menschen vor Ort ein, die sich an den IG-Workshops vor Ort beteiligt haben. Gleiches gilt für den studentischen Wendeschleifen-Wettbewerb. Der Beiratssprecher befürwortet Shared Space in der St.-Gotthard-Straße und eine Gefahrenentschärfung in der Walliser Straße. Wir stimmen mit allen Punkten überein. Hierfür gibt es ein lautes „Bravo!“

Was noch? Entschlossen kämpft Quartiermanager Aykut Tasan weiter für das Kinder- und Jugendhaus Hahnenkamp. Er wünscht sich einen Bewohnertreffpunkt, ein Platz für Kinder und Jugendliche und Raum für soziale Einrichtungen im Zentrum des Quartiers. Das finden wir gut – Daumen hoch!

Shared Space und barrierefreier Marktplatz? Agnes Alpers kämpft gleich für eine barrierefreie Stadt. Stolpersteine nennt sie ihr Programm, bei dem sie die Aufmerksamkeit auf die Hürden des Alltags richtet, die uns ein problemloses Bewegen oft nicht ermöglicht. Das brauchen wir auch in Osterholz!

Ebenso entschlossen kämpft Beirat Ralf Dillmann gegen gefährliche Verkehrszonen am Lachmundsdamm und gegen die Kürzungspläne der BSAG. Buslinien werden nach Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 gestrichen, notwendige Verbindungen fehlen (Achse Bultenweg – Krankenhaus) und dann stehen nach neuem Frühjahrsfahrplan auch noch Fahrten-Kürzungen pro Stunde bis zu 50% auf dem Zettel! Hier stehen wohl demnächst die Prüfung des Verkehrsvertrages an und dann eine Einladung an einen der BSAG-Verantwortlichen – wir unterstützen die Forderung nach mehr Mobilität durch öffentliche Verkehrsmittel!

Eine enorme Bereicherung im Quartier war die Einführung der Bürgergespräche „mitten im Quartier!“ Diese Veranstaltungsreihe lebte einerseits von den vielen politischen Akteuren aller Parteien und den vielen Bürgerinnen und Bürgern. Erst durch das Zusammentreffen entstand diese wunderbare Symbiose, wodurch unter den Fingern brennende Fragen zu erkenntnisreichen und helfenden Empfehlungen und Ideen führten. Die Spanne ist weit. Neben Diskussionen über Wendeschleife, Markt, Shared Space, Gefahrenbeseitigung auf der Walliser Straße und Workshop-Ergebnissen hakten wir unter anderem auf Empfehlung der Politikerinnen und Politiker bei der Schrottimmobilie Davoser nach, brachten eine Petition zur Absenkung des Hochgleisbettes mit Fingerzeig auf die UN-Konventionen auf den Weg, forderten eine Gefahrenentschärfung auf der St.-Gotthard-Straße Höhe Walliser Einkaufszentrum und eine Verkehrsgeschwindigkeitsmessanlage an gleicher Straße. Die Idee für den Namensvorschlag der Johann-Sengstake-Halle für die neue OT-Halle wurde geboren und von Herrn Hohn als Antrag eingebracht. Genaue Recherchen in Sachen Nahverkehrsunterstützung wurden zugesagt, Gesundheits- und Hygienethemen diskutiert und manchmal dachte auch jemand über Grenzwerte von Kamin-Emissionen zur Winterzeit nach. Die Einrichtung eines Baum-Katasters auf der Wendeschleife muss nach der Abholzung von Baum Nr. 20 noch eingerichtet werden, und wenn die Angaben vonseiten der Interessengemeinschaft notiert werden und schließlich wurde in der Runde der „Bürgergespräche“ auch die Idee von den Weihnachtsbäumen im Schweizer Viertel geboren – mit Unterstützung der Nachbarschaft Bultenweg, allen voran Erika Habekost. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig!

Wir danken an dieser Stelle ausdrücklich allen Teilnehmern, insbesondere aber auch unseren Ehrengästen, angefangen bei Präsident der Bremer Bürgerschaft Christian Weber – SPD, Beiratssprecher Wolfgang Haase – SPD, Bürgerschaftsabgeordneter Clas Rohmeyer – CDU, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Susanne Kröhl, Bundestagsabgeordnete Agnes Alpers – Die Linke, Beirat Günter Hohn – CDU, Beirat Ralf Dillmann – Bündnis 90/Die Grünen, Bundestagsabgeordneter Carsten Sieling – SPD, Bürgerschaftsabgeordneter – Cindi Tuncel – Die Linke, Bundestagsabgeordneter Torsten Staffeldt – FDP, Bürgerschaftsabgeordnete Zahra Mohammadzadeh – Bündnis 90 / Die Grünen und Beirat Horst Massmann – SPD – weiter so!

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