Hans Koschnik ist von uns gegangen … ein Nachruf

image“Viele große Menschen werden in diesem Jahr von uns gehen”, so die Tochter des Autors mit ihren fünfzehn Jahren bereits Ende Januar 2016. Die Liste ist bereits lang. Mit Hans Koschnik ist nun nicht nur ein Großer gegangen. Er war Wahrzeihen, Vorbild und leuchtendes Beispiel in einer Person, Hans Koschnik verkörperte eine Philosophie der Menschlichkeit. Und so wird es denn wohl kaum an Vorschlägen für Straßen, Plätze oder an passenden Worten mangeln.

Auch der Autor kann sich dem nicht entziehen. Und so zog er einfach am Tage der Meldung die Laufschuhe an und lief, wie vom Herzen geleitet, eine Runde, die ihn auf jene Pfade führte, die er mit der Zeit des Wirkens von Hans Koschnik immer verband – seine Runde. Und so querte er denn wie getragen den Osterdeich, ließ das Weserstadion liegen und erreichte die Lebensquelle unserer Stadt, die Weser, die Wege seiner Kindheit. Erinnerungen an einen sandigen Badespaß am Pegelhäuschen. Das Weserwehr, sein täglicher Spielplatz, auf deren Seite zum Kleingartengebiet einst eine steile Abfahrt folgte, eine Schotterstrecke mit schlimmen Erinnerungen, weil man ihm das Schreiben mit der linken Hand abgewöhnte, was das typische Verwechseln von Rechts und Links und einen Zusammenprall mit entgegenkommendem Radfahrer zur Folge hatte. Kraftwerk Hastedt, stellvertretend für die Buchstaben swb. Der Werdersee, Erholungsgebiet mit Blick auf die Jacobs-Kaffeeröstung, die Einflugschneise zum Bremer Flughafen, den Blicken der  LH 350 aus Frankfurt folgend. Bald darauf die unverwechselbaren Türme unserer Stadt im Blick. Segelverein, Schwimmverein Bremen 10, Ruderverein, die umgedrehte Kommode und der Sitz der Seenotretter, DGzRS. Nicht um sonst führen die Schritte des Autors über die Wilhelm-Kaisen-Brücke, Stadt am Fluss, Schlachte, Binnenschiffanleger. Richtung Stadion, Krankenhaus Mitte an der Stankt-Jürgen-Straße und gleich gegenüber das Autohaus mit dem Stern, stellvertretend für das Mercedes-Werk. Der Autor nennt diese Runde nun die Hans-Koschnik- Gedächtnis-Runde, nie geplant – einfach geführt.

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14,52 Kilometer Bremen, dort, wo die Weser einen Bogen macht – in Gedanken an Hans Koschnik

Nein, die Kraft für einen Schlenker zum ehemaligen Werftgelände, zum Zentrum Bremer Braukunst oder Universität reicht an diesem Morgen nicht. Es ist sein Weg, der ihn mit Erinnerungen an einen Menschen füllt, der sich zu Wort meldete und handelte, wenn es Zeit war, nicht zwei taktische Tage später, um Stimmenverluste zu vermeiden. Hans Koschnik bewegte, ein leuchtendes Zeichen ehrlicher Politik. Ihn im Herzen zu haben ist wie eine Lebenseinstellung, die keines Parteibuchs bedarf.  Ein stiller Applaus für sein Lebenswerk, natürlich mit der linken Hand geschlagen!

Vielleicht suchen ja auch Sie Ihre eigene Hans-Koschnik-Gedächtnis-Runde unter dem Bremer Himmel. Hans Koschnik wird uns fehlen.

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