Worte zum März: Kommunikation und ihre schleichende Form der Veränderung – die neue KIM-Studie 2014 ist da!

imageIn jedem Jahr das gleiche, nach den Wintermonaten kommt mit dem Monat März Bewegung ins Leben. Es wird geplant, nachgedacht, kalkuliert, in erster Line also kommuniziert. Auch wenn es sich auf den ersten Blick so anhört, als würde man nichts Neues erfahren, liegen die Dinge doch wie zu jedem Jahresbeginn etwas anders. Mit jeder nachrückenden Generation verändert sich das Kommunikationsverhalten. Kinder, die mit einem …”du sitzt ja schon wieder vor dem Bildschirm …” begrüßt wurden, gehören mitunter schon der Vergangenheit an. Das belegt auch die aktuelle KIM-Studie 2014. In regelmäßigen Abständen werden Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren zu unterschiedlichen Themen befragt. Ergebnis der aktuellen Studie: Der Anteil der Sechs bis Dreizehnjährigen, die mittlerweile ein Smartphone besitzen, stieg in den letzten beiden Jahren von sieben auf 25 Prozent oder noch etwas genauer – so besitzen beispielsweise nur zehn Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen ein Handy/Smartphone, bei den Zwölf- bis 13-Jährigen sind es 83 Prozent! Die Studie ist abzurufen unter http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf14/KIM14.pdf.

Die Veränderungen haben Wirkung auf das Kommunikationsverhalten. Unabhängig von der Nutzung von Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube, Programme, deren Nutzung eigentlich an ein Mindestalter gebunden ist, haben die jungen NutzerInnen Zugang zu Kommunikationsmedien wie WhatsApp. Schnell ist ein Klassen-Chat (englisch für Plaudern, sich unterhalten) organisiert. Wer ein Smartphone hat, gehört dazu. Neben Verabredungen werden Hausaufgaben oder Informationen über anstehende Tests ausgetauscht. doch damit nicht genug. Wer sich unbequem äußert, kann auch schnell wieder aus der Gruppe verwiesen werden, Cyber-Mobbing lautet das Stichwort. Der Begriff stammt aus dem Englischen, auch Internet-Mobbing, Cyber-Bullying sowie Cyber-Stalking. Hierunter versteht man verschiedene Formen von Diffamierung, Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel.

Was einerseits den Eltern Sicherheit vermittelt (… ich kann mein Kind immer erreichen …) führt oft auch dazu, dass Kinder Angriffen oder Anfeindungen ausgesetzt sind, denen sie sich nicht gewachsen fühlen. Unterstützung bietet die Bremische Landesmedienanstalt (http://www.bremische-landesmedienanstalt.de/). Mittlerweile bieten Medienpädagogen wie Sabine Heimann oder Markus Gerstmann umfangreiche Angebote, gerichtet an Schülerinnen und Schüler, aber auch an Eltern, an (http://servicebureau.de/medienpaedagogik/expertinnenkonferenz/ und http://www.markus-gerstmann.de/5.html). Es lohnt sich, wenn sich Lehrkräfte, unterstützt von Schulvereinen, mit den Themen befassen. Aufklärung ist von großer Bedeutung!

Und noch etwas zum Abschluss – Helma, 79 Jahre, lange Zeit als Altenpflegerin aktiv, bringt die Dinge fast beiläufig in einer Gesprächsrunde in der vergangenen Woche auf den Punkt: “Wenn die Kinder sich nur noch mit dem Smartphone austauschen, nehmen sie doch nur noch einen Teil dessen wahr, was Kommunikation ausmacht. Sie nehmen die Körpersprache, den Ausdruck der Augen, die Gesten nicht mehr wahr!” Errungenschaften der Technik sind Segen und Fluch zugleich. Lassen sie uns damit also bewusst und verantwortlich umgehen!

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