6. Planungswerkstatt am Dienstag, 22. Oktober 2013

Die letzte Planungswerkstatt am 22. 10. d. J. wurde von Frau Günther mit dem Dank an die Teilnehmer für ihr Engagement eröffnet und der Information, dass die Präsentation wie vorgesehen am Dienstag, 19. November 2013 gemeinsam mit Herrn Senator Dr. Lohse vorgesehen ist.

Einleitend wurde der übersandte Entwurf besprochen, mit der Maßgabe, dass an ihm noch „gefeilt“ werden muss.

Architekt Herr Blatt erläutert den Entwurf und macht darauf aufmerksam, dass die Mischfläche auch in Materialien aus bautechnischen Gründen mit Dehnungsfugen gestaltet werden müssen, sich farblich abhebend. Damit wird der Eindruck eines breiten Straßenraums minimiert. Das Sechseck in der St. Gotthard Straße, im Einmündungsbereich zur Tessiner Straße ist nach Prüfung anderer Gestaltungsvarianten als beste Lösung gesehen worden.

Ferner hob Herr Blatt hervor, dass die Beleuchtung im Straßenraum und auf dem Marktplatz identisch sein soll.

Weil in Bremen keine Holzbänke gebaut werden dürfen, wurden die Bänke in den Materialien Beton und Metall vorgeschlagen.

Insgesamt zeigt sich ein freundlicher und heller Straßenraum.

Der Blinden – Leitstreifen wurde aus gestalterischen Gründen nicht in weiß sondern im Farbton anthrazit vorgeschlagen.

Der Fachliche Beirat hat verschiedene Anregungen und Änderungswünsche vorgetragen.

Herr Prof. Dr. Müller hat vorgeschlagen nur 2 Behinderten-Parkplätze zu schaffen und über ihre Anordnung nochmals nachzudenken. Dagegen argumentierte Herr Dr. Steinbrück für die behinderten Menschen und plädierte für mindestens 3 Behinderten-Parkplätze. Gleichzeitig gab er den Hinweis, den 3. Parkplatz vor dem Haus Tessiner Straße 4 zu schaffen, unmittelbar vor dem Eingang zu den Ärzten.

Zudem hat er die Aufenthaltsqualität vor dem Pavillon betont und gefragt, ob die Straße zur Erhöhung dieser Situation nicht besser zum Ute-Meyer-Weg verschwenkt werden kann.

Außerdem sprach sich der Fachliche Beirat für eine stärkere Möblierung aus.

Herr Dr. Steinbrück hat als Landesbehindertenbeauftragter nachfolgende Anregungen gegeben:

Bänke
Bremen diskutiert, ob Bänke ohne Rückenlehne seniorengerecht sind. Menschen mit Hüftgelenksproblemen können von Bänken ohne Rückenlehne schlecht aufstehen. Eventuelle Nachteile in der Benutzung durch Jugendliche, welche die Lehne als Sitzplatz nutzen und die Sitzfläche verunreinigen müssen gegeneinander abgewogen werden.

Fußgängerquerungen
Begrüßt wird die Sicherung der Eingangsbereiche durch zwei Fußgängerampeln, im Einmündungsbereich St. Gotthard Straße / Züricher-/Davoser Straße und Höhe Walliser Straße. Aus Sicht der Behinderten fragt es sich allerdings, ob Höhe Tessiner Straße eine dritte Sicherung erforderlich ist, z. B. durch Zebrastreifen.

Abstand Leitsystem von Gebäuden
Der Abstand des Blinden-Leitstreifens von der Häuserkante mit nur 3m (gegenüber der vorherigen Situation von 3,50m) wird von Herrn Dr. Steinbrück begrüßt. Er macht aber besonders darauf aufmerksam, dass in Höhe der Gebäude-Zugänge „Aufmerksamkeitsfelder“ erforderlich sind. Sie sollen dem Blinden deutlich machen, dass er an dieser Stelle z. B. den Eingang zu einem Geschäft erreichen kann.
Schwierig ist die Situation auf der westlichen Straßenseite, vor der Post. Dort fehlt offenbar die Zustimmung der Grundstückseigentümer. Deshalb hat der Leitstreifen für blinde Menschen einen Abstand vom Gebäude von ca. 7m. Das ist deutlich zu viel. Außerdem werden die Blinden damit aus dem allgemein üblichen Fußgängerbereichen ausgegrenzt und damit isoliert. Das sollte nicht geschehen.

Möblierung
Zur Möblierung bitten Herrn Dr. Steinbrück um mehr Fahrradständer, um das unkontrollierte Abstellen zu vermeiden. Wild abgestellt Räder gefährden behinderte Menschen, insbesondere Blinde.
Verlauf Leitsystem
Das Leitsystem für Blinde endet in der Tessiner Straße willkürlich vor der Grundstückszufahrt. Besser wäre, das Leitsystem vor dem Eingang zu den Arztpraxen enden zu lassen, sofern es nicht möglich ist, das Leitsystem in die Tessiner Straße hinein zu führen.

– Parkplätze für behinderte Menschen
Es muss bedacht werden, dass behinderte Menschen nicht nur etwas größere Parkplätze benötigen, sondern auch, dass sie mehr Zeit zum Ein- und Ausstieg benötigen. Sofern angrenzend Busverkehr stattfindet, könnte dies zu längeren Wartezeiten der Busse führen.

Nach teilweise lebhafter Diskussion aller Teilnehmer wurde vereinbart, dass die zahlreichen Anregungen und Argumente bei einer nochmaligen Überarbeitung der Planung berücksichtigt werden.

Die Planung „Eisscholle“ finden Sie im Internet:

http://www.asv.bremen.de/sixcms/media.php/13/
ZOH_ENT_Eisscholle_131017_mit%20Mindestbreiten_klein%20gerechnet.pdf

Gero Rosik
Beauftragter der
IG Schweizer Viertel

Comments are closed.