Bremer Bündnis für Bildung fordert mehr Geld für besseren Unterricht an den Schulen – und was ist mit den gestrichenen Stunden an der GSO?

Leserbrief zur Berichterstattung des Weser Kuriers vom 26.08.2011:
Zunächst das Positive – es gibt ein Bremer Bündnis für Bildung, bestehend aus ZentralElternBeirat (ZEB), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die GesamtschülerInnenvertretung (GSV). Deren Botschaft: Die Bildungsausgaben sollen nicht gekürzt, sondern erhöht werden.
Was sich zunächst einmal gut anhört, hat eine Vorgeschichte – die Bremer Schulreform. Durch die Zusammenfassung von Hauptschule, Realschule und Gymnasium und die zukünftige Einführung der Inklusion (lernbehinderte Kinder nehmen am normalen Schulunterricht teil) wurden Anstrengungen unternommen, die auf den ersten Blick den Eindruck entstehen lassen, dass zukünftig Kosten für Bildungsausgaben eingespart werden sollen. Doch wer sich die Mühe macht, das gemeinsam herausgegebene Buch „Schulfrieden, ein Beitrag zur Bildungsreform von Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper und Wilhelm Pieper, zu studieren, stolpert auf Seite 231 über den Hinweis, dass diese Neugestaltung des Schulwesens den Bremer Haushalt mit zusätzlich 25 Millionen Euro belastet. Der Betrag soll durch zukünftig sinkende Schülerzahlen und den damit verbundenen Einsparungen erwirtschaftet werden. Doch die Zahl der neuen Schüler und Schülerinnen ist um 111 Kinder gestiegen. Um den notwendigen Unterricht an den Bremer Oberstufen, auch an der GSO, zu ermöglichen, sind Sofortmaßnahmen erforderlich!

Die Erteilung des Mathematik-Unterrichts fällt in das Ressort der Bildungssenatorin. Sie muss also die beste Rechnung aufstellen. Und wie sieht die aus? Bremen muss sparen. Die Umsetzung der Schulreform verlangt aber zusätzliche Bildungsausgaben, Mittel, die die Senatorin für Finanzen, Karoline Linnert (Grüne) nicht zur Verfügung stellen will. Nun fordert das Bremer Bündnis für Bildung mehr Geld. Wer spannt hier wen vor welchen Karren?

Mich erinnert das an die Erklärungen zur Schulreform an die Eltern der Viertklässler, die eine Entscheidung für ihre Kinder zu treffen haben – Gymnasium oder Oberschule. Die Eltern wurden auch nicht von Vertretern der Bildungsbehörde, sondern von Vertretern des ZentralElternBeirats vermittelt.

Über die Schulreform spricht keiner mehr. Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, das Buch der Senatorin zu lesen, erwarten Sie keine Hinweise auf Feldversuche oder Schwedische Unterrichtserfahrungen, deren Fernsehberichte höchste Einschaltquoten und großartige Lernergebnisse zur Folge hatten. Der Hinweis auf eine nötige Lehrermotivation ist praktisch nicht vorhanden, das wird einfach vorausgesetzt. Stattdessen stolpern Sie über zahlreiche Erfahrungen der IGS Franzsches Feld in Braunschweig – eine Grundlage für einen bildungspolitischen Konsens?

Comments are closed.