Zwischenpräsentation der Ergebnisse zur Planung eines gemeinsamen Verkehrsraums in der Gesamtschule Ost vom 26. Juni 2013 weckt Hoffnung auf ein tragfähiges Ergebnis

Der Begrüßung durch Herrn Iversen folgte die Einführung durch Frau Günther, Moderatorin der Veranstaltung. Was hat sich seit Beginn der Planungswerkstätten inzwischen getan? Die Vertreter der Planungsbüros, zunächst Herr Wittrock, fassten zusammen:

  • Grundlage der Planung waren die Ergebnisse der Workshops der Interessengemeinschaft Schweizer Viertel
  • Es wurde der zu beplanende Verkehrsraum erörtert und festgelegt
  • Schilder, Ampeln, Anpassung an den Marktplatz und Wahl des Belags wurden behandelt
  • Sicherheitsaspekte für Kinder und Behinderte wurden geprüft
  • Stellplatz- und Anliefer-Situationen wurden diskutiert.

Herr Blatt schildete die Gruppenaktivität. In vier Gruppen wurden …

  • die oben genannten Positionen erörtert
  • theoretische und planerische Ergebnisse gesammelt.

Es erfolgten Festlegungen um …

  • Aufmerksamkeit für die Shared-Space-Zone zu schaffen,
  • dem Verkehr die Linearität zu nehmen,
  • sicher Räume zu schaffen.

Drei Varianten, „Geschwungen“, „Eisschollen“ und „Quadrate“ wurden schließlich dem Publikum als Zwischenergebnis präsentiert und beschrieben.

Vertreter des fachlichen Rats gaben ihr Urteil ab, gefolgt vom davon nur unwesentlich abweichenden Urteil des Prof. Dr. Gerlach von der Bergischen Universität Wuppertal. Dieser bescheinigte den Planungswerkstatt-Teilnehmern die Erstellung von guten Ergebnissen, die es wert sind, weiterentwickelt zu werden, was übrigens nicht das einzige Lob an den Ergebnissen der bisherigen Planungswerkstätten an diesem Abend war. Er empfahl, über folgende Positionen nachzudenken:

  • Die Fahrbahn-Planungsbreiten sollten an einigen Stellen enger gefasst werden, wobei allerdings für eine Bus-Begegnung mindestens 6,50 Meter nötig wären
  • Die noch vorhandenen planerischen Freiräume sollten durch Möblierung enger gefasst werden
  • Er empfiehlt Tempo 20 und Halteverbotszonen
  • Wenn das Tempo gedrosselt ist, entwickelt sich mehr Sicherheit für die „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer
  • Ein Blindenleitsystem im Abstand von 3,50 Metern von der Hauswand ist eigentlich unüblich, weil es einerseits weit von der Wand entfernt und der an manchen Stellen noch breit gefassten Fahrbahn zu eng angebunden ist. Das Pro-Argument, Umgehung von nah an den Geschäften stehenden Hindernissen, sei ihm bekannt
  • Prof. Dr. Gerlach spricht sich für klare und sichtbare Konturen am Fahrbahnrand aus
  • Die bislang eingeplanten Behinderten-Stellplätze sind zu nah an den Verkehrsknotenpunkten und am Blindenleitsystem angeordnet
  • Zu einem durch einen Kreis gestalteten Verkehrsknotenpunkt bestehen Bedenken bezüglich der möglicherweise irreführenden Vorfahrts-Regelung. Er bat darum, sich von einem deutlich ausgeführten Kreis zu verabschieden
  • Dem Fehlen der Fahrbahnkanten stimmte er zu
  • Die Einfahrtsbereiche seien gut, wenn auch noch zu breit
  • Prof. Dr. Gerlach empfiehlt einen variablen Mittelstreifen für eine zusätzliche relative Sicherheit.

 

In der Diskussion wurde die Aufmerksamkeit auf die Neupflanzung der Bäume beziehungsweise dem Erhalt des Bestands und die Einfügung von Stellplätzen gelenkt. Außerdem muss für eine ausreichende Niederschlags-Entwässerung gesorgt werden, zumal es ja beabsichtigt ist, keine linear verlaufende Entwässerungsrinnen einzuplanen. Erstmalig haben sich die Vertreter des Wohnblocks Schweizer Eck für eine Umgestaltung des Verkehrsraums ausgesprochen. Deren Bedenken, insbesondere zu Fragen einer möglicherweise uneinheitlichen  Gestaltung der Gebäude umfassenden Freifläche sowie der Zufahrt-Situation zum Innenhof wurden in einer überreichten Auflistung zusammengefasst.

Eine Pause diente schließlich zum erweiterten Informationsaustausch, bei der auch ein Votum für einen der drei Entwürfe abgegeben werden konnte. Das Rennen machte dabei die Version „Geschwungen“ vor „Eisschollen.“

Zwischenpräsentation (4)

Variante “Geschwungen” konnte in der Pause die meisten Punkte sammeln.

Wie geht es weiter? In den beiden noch anstehenden Planungswerkstätten soll das Augenmerk nach den Vorstellungen von Herrn Iversen auf die Tiefenschärfe gelegt werden. Die Varianten „Geschwungen“ und „Eisschollen“ sollen mit dem Ziel aufgearbeitet werden, das am Ende die Konzentration auf nur noch einen Entwurf in der 6. Planungswerkstatt gelenkt werden kann. Quartiermanager Aykut Tasan bemüht sich derweil um einen Ausstellungsort für die Ergebnisse der Planungswerkstätten.

Moderatorin Frau Günther überließ Herrn Iversen schließlich das Schlusswort: Wir sind zufrieden, wenn wir denn zum Ende des Jahres ein tragfähiges Ergebnis vorweisen können. Bislang, so scheint es, wurde der Ablauf der Planungswerkstätten demokratisch angenommen. Wir werden am Ende keine hundertprozentige Zustimmung ernten, doch ein Votum mit einem Wert über fünfzig Prozent würde er sich schon wünschen.

Auch nach den Ferien werden wir sie weiter informieren. Wir wünschen erholsame Sommerzeit – Ihre Interessengemeinschaft Schweizer Viertel!

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